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So sehen wir betroffen...alle Fragen offen

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Zeuxis offline
Verfasst am: So Nov 02, 2008 00:43 Antworten mit Zitat

zu Büchern mit offenem Ende


Natürlich sind offene Enden wie das Leben,

doch oft macht es einem zu schaffen, wenn man da einen Protagonisten über einige hundert Seiten begleitet vielleicht idendifiziert hat und plötzlich ist das Buch aus.

Mir ist nie klar geworden, ob die Autoren mit ganz offenen Romanenden alle latent sadistisch sind oder im Gegenteil wahre Menschenfreunde, die jedem Leser sein selbst ausgedachtes Ende lassen (ich bin da immer ganz optimistisch: Hans Castorp kehrt lebend aus dem 1. Weltkrieg zurück und die Operation an Walter Faber gelingt etc.).

Vielleicht zeigen die offenen Enden aber auch, dass das Folgende egal und das wichtigste schon passiert ist (was natürlich die Frage aufwirft, ob es auch in realen Lebensabläufen Punkte gibt ab denen alles gegessen ist oder Leute für jede weitere Beobachtung/Aufmerksamkeit uninteressant werden).

Märchen und Krimis sind ziemlich resistent gegen offene Enden, weil diese ja meist die erste eigene Lektüre sind, mag das Unbehagen bei offenen Enden entstehen...

...aber vielleicht mögt ihr sie ja?
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Sheep offline
Verfasst am: So Nov 02, 2008 14:04 Antworten mit Zitat
beruhigendes Schaf
Wohnort: Koblenz
ich hasse sowas. ich werden da regelmäßig wütend drüber. eine normales ende und eine kleine andeutung zu einem -vielleicht ist es doch anders- kann ich ja noch akzeptieren aber ein buch (oder film) einfach so enden zu lassen ist für mich wirklich äußerst sadistisch.

_________________
meine meinung steht fest, bitte verwirrt mich nicht mit tatsachen.

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Zeuxis offline
Verfasst am: Mo Nov 03, 2008 16:44 Antworten mit Zitat

ja, wütend macht es mich auch oft und bei Filmen ist es fast noch schlimmer, da man oft nicht abschätzen kann, wieviel Zeit noch bleibt, während man bei einem Buch oft schon während den letzten Seiten ahnen kann, dass es keinen mehr gibt...
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VEB QEK Henningsdorf offline
Verfasst am: Mo Nov 03, 2008 16:59 Antworten mit Zitat

Wohnort: Simmern
DAS hat mich in damals wirklich mitgenommen:

Zitat:
Das offene Ende der Serie ist etwas traurig für die ALF-Fans: ALF wird beim Versuch, sich von einem Raumschiff abholen zu lassen, von den US-amerikanischen Behörden entdeckt und in der letzten Szene gestellt. Damit schließt die Serie ohne Hinweise auf einen Fortgang. Die letzte Folge war vom Drehbuchautor ursprünglich als Cliffhanger-Doppelfolge geplant, welche die vierte Staffel abschließen und die fünfte Staffel starten sollte. Der Spannungsbogen sollte so die beiden Staffeln verbinden. In US-Serien wird dieses Hilfsmittel oft verwendet, damit der Zuschauer daran interessiert ist, den Ausgang der Geschichte zu verfolgen und dazu auch zu Beginn der nachfolgenden Staffel wieder einschaltet. Die ursprünglich geplante fünfte Staffel von ALF wurde von NBC aber nicht mehr produziert. Dies war bereits bei den Dreharbeiten klar. Damit endet die Serie in dem offenen Ende einer halben Doppelfolge.


KATASTROPHE. Oder verfälschte offene Enden... Im Buch "Das Boot" bleibt zunächst unklar, ob der Kaleu überlebt - im Film muss er sterben (na wenigstens überlebt Semmelrogge als 2. WO)...

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GG Allin - Idol einer Generation
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frost bite offline
Verfasst am: Mo Nov 03, 2008 17:01 Antworten mit Zitat
First Lady und Aggressor
Wohnort: Schafstall
[klugscheiß]
Wie es bei Alf weitergeht, kann man aber in "Alf - Der Film" sehen.
[/klugscheiß]

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Das ist das Schlimmste - sich dran zu gewöhnen. Denn daran gewöhnt man sich nie. (Randall Disher)
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VEB QEK Henningsdorf offline
Verfasst am: Mo Nov 03, 2008 17:41 Antworten mit Zitat

Wohnort: Simmern
[megaklugscheiß] Damit endet die Serie in dem offenen Ende einer halben Doppelfolge. [/megaklugscheiß]

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GG Allin - Idol einer Generation
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frost bite offline
Verfasst am: Mo Nov 03, 2008 17:57 Antworten mit Zitat
First Lady und Aggressor
Wohnort: Schafstall
Die Story geht im Film aber weiter und baut genau auf der letzten Serienfolge wieder auf.

Komm, geh doch Deinen Namen tanzen ... Winke Winke

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PummelFee offline
Verfasst am: Mo Nov 03, 2008 23:27 Antworten mit Zitat

Wohnort: Diez
hey Du, lass meinen veb in ruhe! Du bist nur neidisch weil du deinen namen nicht tanzen kannst!
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VEB QEK Henningsdorf offline
Verfasst am: Mo Nov 03, 2008 23:37 Antworten mit Zitat

Wohnort: Simmern
Iss schon recht Pummelfee, der ist nur neidisch, weil er nix zum kratzen hat...

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GG Allin - Idol einer Generation
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thinkorsink offline
Verfasst am: Di Nov 04, 2008 16:19 Antworten mit Zitat

Wohnort: Basel
In seltenen Fällen mag es Sinn machen und auch zum Rest der Geschichte irgendwie passen, dass es der Fantasie des Lesers/Zuschauers überlassen bleibt wie es endet/weitergeht.

Aber diese "Idee", das Ende einfach offen zu lassen, wurde meiner Meinung nach von zu vielen Autoren kopiert, deren Werke dies eigentlich nicht hergeben und die ansich nach einem konkreten Ende verlangen.

Für mich riecht dies in vielen Fällen nach der Ermöglichung einer Fortsetzung. Aber eine theoretische Fortsetzungen an den Vorgängerteil anknüpfen zu lassen ist das "Problem" des Autors und darf nicht auf dem Rücken der Leser/Zuschauer vorbereitet werden, denn diese haben gerade eine gewisse (kostbare) Zeit ihres Lebens dem ersten Teil der Geschichte gewidmet und erwarten einen stimmigen und "befriedigenden" Abschluss, denn dieser ist integraler Bestandteil einer jeden Geschichte und mit ein Grund für deren Konsum. Das Ende mit seiner darin liegenden "Erkenntnis" ist wahrscheinlich sogar der Hauptgrund für das Enstehen von "Erzählungen/Geschichten" in der Menschheit überhaupt. Sich darum "zu drücken" muss schon wohlbegründet sein und darf nicht inflationär geschehen, das ist mir zu einfach.

Einige der heutigen Geschichten sind aber auch einfach derart in sich unstimmig, dass eine konkrete Beendung der Handlungsstränge dies offen ans Licht bringen würde. Alle denkbaren Enden wären dann entweder trivial oder unlogisch. In einem solchen Fall ist das Weglassen des Endes schlicht das Kaschieren von handwerklichen Schlampereien. Das Ende fokusiert die gesamte Geschichte und offenbart deren Schwächen gnadenlos. Daher ist es oft viel einfacher, es einfach weg zu lassen.

Alles in allem ärgern mich offene Enden also zumeist!
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Zeuxis offline
Verfasst am: Di Nov 04, 2008 16:40 Antworten mit Zitat

Wir müssen wohl differenzieren zwischen den angesprochenen Cliffhangern aus ökonomischem Kalkül und dem offenen Ende als literarischem Stilmittel, der Unterschied lässt sich meist schon am Genre ablesen.

Das mit den kaschierten handwerklichen Schlampereien finde ich eine witzige Idee. Tatsächlich ist das auch Robert Musil vorgeworfen, der über seinem Hauptwerk starb, die Handlungsstruktur wäre so komplex und redatierend gewesen, dass er es gar nicht hätte beenden können.

Apropo Fragmente also meist ungewollte offene Enden machen mir fast gleichviel zu schaffen.
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VEB QEK Henningsdorf offline
Verfasst am: Di Nov 04, 2008 17:58 Antworten mit Zitat

Wohnort: Simmern
Beim "Mann ohne Eigenschaften"? Den hab ich etliche Male begonnen, aber nie durchgelesen... Dann hab ich ja nix verpasst...

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GG Allin - Idol einer Generation
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Zeuxis offline
Verfasst am: Di Nov 04, 2008 19:45 Antworten mit Zitat

ja, genau bei dem...naja, dass du nichts verpasst hast, würde ich trotzdem nicht behaupten. Vielleicht probierst du mal die Hörbuchfassung (Zweitausendeins Mp3), die ist wirklich zu empfehlen.
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thinkorsink offline
Verfasst am: Di Nov 04, 2008 20:57 Antworten mit Zitat

Wohnort: Basel
Einer der wenigen der sich offene (unvollendete) Enden leisten kann, ist meiner Meinung nach Kafka. Aber das erarbeitet er sich auch mit jedem seiner Satzmonstren und mit der unvergleichlichen Stimmung die er zu verbreiten vermag. Bei ihm ist der Weg das Ziel. Ich oute mich hier mal als ausgesprochener Kafka Liebhaber. Er ist für mich der Grösste von allen - völlig alleinstehend in so ziemlich jeder Hinsicht.
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VEB QEK Henningsdorf offline
Verfasst am: Di Nov 04, 2008 23:28 Antworten mit Zitat

Wohnort: Simmern
Hat Kafka irgendeinen Roman eigentlich abgeschlossen - ich mein, "offene Enden" waren bei im wahrscheinlich nicht immer beabsichtigt, und eher durch Krankheit und die "inkonsequente" Arbeitsweise bedingt. Ich les übrigens gerade "Der Process" - das ist auf jeden Fall nur ein Fragment...

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GG Allin - Idol einer Generation
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